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CHRISTOPH LOHMANN & FRANK MAIER 12.03.-23.04.05

Luftveränderung. Unter den Bedingungen einer Ausstellung.
Unter Bedingungen, die sich temporär als Sichtbarkeit
herstellen und in der Konsequenz ein Wollen, Können
oder so verdeutlichen. Wenn Inkongruenzen in einer eigenen
Dynamik aufgehen und eine Stimmung frei setzen, die
nur dann und die nur so sein kann. Etwa wenn bereits
im Material und dessen Behandlung eine Haltung auf-scheint,
die mit einem hohen (in Sachen "Skulptur heute"
sonst nur verhalten ausgesprochenen) Grad an Authentizität
operiert. Und eine sofort einsichtige Spur vom Aussehen
der Arbeiten zum persönlich Involviert-Sein hinführt...
Dazu eine Bildsprache heran tritt, die zwar im Persönlichen
verankert ist, in der Ausführung aber ziemlich
referenziell umgespannt wird:
So stellen sich in Grundzügen die Zutaten für
die gemeinsame Ausstellung von Frank Maier und Christoph
Lohmann in der Galerie Ben Kaufmann dar. Was interessant
ist. Denn was vielleicht auf den ersten Blick klar scheinen
könnte und erst auf den dritten hin wieder wahrscheinlicher
wird: die Arbeiten der beiden Münchner Künstler
ergänzen sich in ihrer jeweiligen Eigenartigkeit,
die sie außerdem an der Grenze zu den Bereichen
hält, die als zeitgenössische Kunst heutzutage
sofort und wie selbstverständlich erkennbar sind.
Beide Künstler halten ihre Arbeiten bewusst in
der Schwebe. Bei Christoph Lohmann ist Malerei Mittel
zur Bilderzeugung und historisch-atmosphärisches
Werkzeug, das in viele Richtungen hin wirksam werden
kann. Wenn er etwa um cartoonesk-schnell zur Ausführung
gebrachte, verrätselte Konstruktionen die nach
Lattenstapeln, Türmen, ja Hochsitzen aussehen (aber
genauso ungegenständlich sein können) einen
schäbigen Hintergrund mit dem vagen Effekt eines
Auf-die-Bühne-Setzens herum malt, wird klar, dass
hier die Tradition etwa Philip Guston mit malt. Aber
auch, dass Malerei gezielt als Umsetzungsattitüde
zum Einsatz kommt, die sich dafür in eine nach
außen gewendete Tristesse bettet. Die Skulpturen
von Frank Maier verhalten sich dazu mit eher intimer
Deutlichkeit. Zwar schlagen sie (spätestens mit
in ihre Komposition einbezogenen Sockelkonstruktionen)
eine nur zu den eigenen Bedingungen zugelassene Zurschaustellung
vor. Zeigen aber dadurch noch intensiver das Zusammen-wirken
aus spürbar per Hand vorgenommener Ausgestaltung
und der Brüchigkeit von heterogenen Materialen
bei gleichzeitig aber merkwürdig organisch-stimmigem
Gesamt-eindruck. Was zurückführen könnte
zu dem Ausgangspunkt dieses Textes: der Luftveränder-ung
und wie sie in dieser Ausstellung stattzufinden scheint.
Text von Hans-Jürgen Hafner
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